von Raymond Semke Raymond Semke ist Fotograf und Autor der Fotogalerie Thailand. Viele Male habe ich bereits dieses faszinierende Land mit seinen vielen Eindrücken besucht, jedoch den hohen Norden Thailands habe ich mir aufgespart. Ich hatte schon lange vor, die Berge und Wälder abseits der üblichen touristen Pfade zu erleben, ich wollte dicht an der Grenze zu Laos und Burma, dem heutigen Myanmar, das goldenen Dreieck erkunden. Obwohl auch heute bereits die Busse voll mit wissensdurstigen Touristen an die Grenzen zwischen den drei Staaten gebracht werden, halten sich abseits der üblichen Punkte jedoch kaum Reisende auf. Gerade der Norden Thailands bietet dem abenteuer Suchenden noch immer reichlich Gelegenheit auch sein persönliches Abenteuer zu finden. 
Der Norden Thailands bietet noch zahlreich abgelegene Dörfer der verschiedenen Bergstämme der Akha, Hmong, Lahu, Padaung oder Karen die meisten oft recht einsam im dichten Regenwald der bis zu 2565 Meter hohen Berge leben. Diese Dörfer auf eigene Faust zu besuchen war mein Ziel und auch ein kleines Abenteuer. Jedoch ein Abenteuer welches mit einer gewissen Planung und körperlicher Fitneß vorausgesetzt, von fast Jedermann bewältigt werden kann. So ging es zunächst zu Thailands höchsten Berg dem 2565 Meter hohen Doi Inthanon der im gleichnamigen, im umgebenden, Nationalpark etwa südwestlich von Chiang Mai liegt. Oben auf dem Berg befinden sich eine Radarstation, ein kleiner Tempel (Wat) und ein Rundwanderweg der durch dichten Regenwald führt. 
Einen Abstecher zu den Padaung, Longnek oder Langhalsfrauen sollte man unbedingt unternehmen. Zwar ist in diesen Dörfern mittlerweile auch der Komerz ausgebrochen und man bekommt nur noch gute Fotos für gutes Geld. Und auch werden zunehmend angeblich original antike Souvenirs sprich antike Schmuck, Hals und Armreifen angeboten. Meine Empfehlung dazu, muß man nicht kaufen sind nicht antik! Trotz aller Geschäftstüchtigkeit sollte man bedenken das diese Dörfer, mit ihren teils beachtlichen Kinderreichtum, sich oft nur noch durch den Tourismus so erhalten können. So sieht man halt, etwas zwiespältig, die noch scheinbar in ihrer Tradition lebenden Padaung, weil sie äußerlich leben nicht anders als wie vor 100 Jahren und doch wissentlich das vieles von dem was man sieht nur für die Langnasen und deren Fotoapparate erhalten ist. Andererseits wenn es denn hilft durch den Tourismus vielleicht die alten Traditionen zu schützen, dann bin ich gerne ein neugieriger Tourist. 
Etwas anders geht es bei dem Bergvolk der Karen zu. Sie leben in ihren traditionellen Pfahlhäusern noch weitgehend ursprünglich in ihrer Tradition und sind nicht so stark abhängig von den Dollars der Besucher. So hat fast jeder eine kleinen Garten wo für den eigenbedarf der Familie Gemüse und auch Obst angebaut wird. Auch dort kann man meist preiswert in den offenen und in der Nacht angenehm luftigen Pfahlbauten übernachten. Am nächsten Morgen geht es nun weiter zum Dorf der Akha. Ein steiler Weg führt mich nun auf fast 800 m.ü.nn meine Uhr versehen mit einem Höhenmesser zeigt es so an. Ich bin früh aufgestanden um die morgendliche Kühle zu genießen. Obwohl es jetzt bereits, um 6.00 Uhr am Morgen und die Sonne geht gerade auf, schon satte 26° Grad warm ist geht es recht gut voran. Die Wege werden nun aber zunehmend schmaler und steiler. Eine Gruppe älterer und freundlich grüssender Akha Frauen kommt mir, mit bis zum Rand vollbepackten brennholz Körben auf dem Kopf, entgegen. Ich frage mich wirklich wie sie es fertigbrachten, trotz dieser Mühsal, mir noch ein lächelndes sawat die ka zu zurufen ? Hochachtung !!! Bei dem Volk der Akha werden wieder viele Souvenirs verkauft. Die Akha zählen mit etwa 30.000 Leuten zu den ärmsten unter den Stämmen. 
Sie lassen sich kaum Integrieren und halten fest an ihre Traditionen und ihrem Geisterglauben. Sie siedeln meist hoch oben auf den Bergen in den Provinzen von Chiang Rai und Chiang Mai. Trotz ihrer selbstbewußten Eigenständigkeit haben sie bereits den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt. Man sieht sie in ihren traditionellen Trachten in fast alle großen Städten des Nordens wo sie selbstgemachte Souvenirs, meist Armreifen, Ketten, Strickwaren und andere Dinge ihrer Kultur und Tracht anbieten. Von den Akha zu den Lahu (Musur). Mit etwa 60.000 Leuten gehören die Lahu zu der dritt kleinsten Bevölkerungsgruppe in Nord-Thailand. Sie sind jedoch nicht so Traditionsbewußt wie die anderen hiesigen Bergvölker. Die meisten Jugendlichen verschlägt es in die großen Städte wie Chiang Mai, Chiang Rai oder Bangkok um dort zu arbeiten. trotz allem lohnt sich der Weg in Ihre Dörfer. Die Gastfreundschaft ist wie überall in Thailand überragend, man wird auch dort wieder herzlich aufgenommen. Auch gibt es dort meist günstige aber einfache Übernachtungsmöglichkeiten. Auch kann man als Wanderer in Thailand fast überall bedenkenlos essen was einem angeboten wird. Hat man sich erst einmal an die Schärfe der angebotenen Speisen gewöhnt schmeckt es hervorragend und ist, da viel Gemüse und oft wenig Fleisch, sehr gesund und bekömmlich. Für mich jedenfalls gehört schon lange die thailändische Küche zum besten was man Leib und Magen so anbieten kann. Also nur Mut !!! 
Zivilisationsmüde Wanderer finden in den Häusern und Pfahlbauten der Bergstämme oft eine freundliche aber auch preiswerte Unterkunft. Wer einen komfort Urlaub plant sollte jedoch lieber einen Hotelurlaub buchen und z.B. von Chiang Mai aus geführte Touren machen. So kann man fast von jedem Hotel in der Stadt oder von den diversen trekking Agenturen geführte Touren unternehmen oder sich auch persönliche Tourguides buchen die einen dann ganz individuell durch den Dschungel lotsen. Wie auch immer man sich entscheidet der Norden und deren Bergstämme sind ein lohnendes Ziel in Thailand und für mehr als einen Urlaub gut. Raymond Semke ist Fotograf und Autor der Fotogalerie Thailand. Kommentare - Bergstaemme in Thailand (Stefan Durcic 17.03.2004 20:16:09 Antworten: 5) |