von Hans Möller Pocket Thai - Zwei Mini-Sprachführer im Vergleich Bei den beiden Heftchen »Pocket Thai-German« (DLC, Bangkok) und »Deutsch-Thai - Der Urlaubsbegleiter« (Hot & Spicy, Phuket) handelt es sich um Mini-Sprachführer. Beide wollen in möglichst kurzer und übersichtlicher Form dem Touristen ein paar Worte und Floskeln in der thailändischen Sprache nahebringen. Mini-Bücher bzw. Taschenbücher in dieser Art gibt es viele und ständig kommen neue hinzu. Das besondere an diesen beiden ist die Herkunft. »Pocket Thai« stammt aus einem professionellen Sprachverlag, welcher auch diverse Sprachkurse für die thailändische Sprache veröffentlicht hat. »Deutsch-Thai« ist dagegen eher "homemade" und sieht nach weniger professionellem Selbstverlag aus. Beide Hefte haben gemeinsam, daß keinerlei Einführung zum Thema Thailand enthalten ist. Die üblichen drei Sätze zur Geschichte Thailands fehlen ebenso wie der Standard-Satz zum "Land des Lächelns". Wer zum ersten Mal einen solchen Sprachführer in der Hand hält, mag sich über solche einführenden Worte freuen. Da diese jedoch meist in ihrem Gehalt noch unter den Niveau der Hinweise im Reiseprospekt liegen, kann man darauf auch gut verzichten. Dies spart zudem Platz für weitere Wortbeispiele. »Deutsch-Thai« enthält knapp 700 Worte und Redewendungen zu 20 Themen auf 74 Seiten. Dabei sind jedoch 11 Seiten durch Eigenwerbung, Inhaltsverzeicnis etc belegt. Weitere sieben Seiten beinhalten einen Index der deutschen Wörter. »Pocket Thai« beinhaltet etwas mehr als 400 vor allem Redewendungen und Sätzchen auf 23 Seiten. Positiv an »Pocket Thai« fällt die originelle Aufmachung auf. Der Seitenrand ist als Index aufgemacht, so daß das Auffinden eines der 26 Themengebiete wirklich leicht fällt. Unangenehm ist, daß ausgerechnet in diesem Index diverse Fehler in der deutschen Rechtschreibung ins Auge fallen. Das Format und das kartonartige Papier erlauben wirklich, dieses Heftchen in der Hosentasche mit sich zu führen ohne nach drei Tagen nur noch eine Loseblattsammlung darzustellen. Die meisten Themengebiete sind in Form von kurzen Sätzen und nicht als reine Wortliste präsentiert. Was beiden Publikationen fehlt, ist ein Wörterverzeichnis mit der alphabetischen Auslistung der deutsch-thailändischen Begriffspaare. Diese wird zwar bei »Deutsch-Thai« durch den Index halbwegs wettgemacht; dieser listet jedoch nur das deutsche Wort und die Seitennummer statt direkt den thailändischen Begriff auszuweisen. Dadurch ist die Handhabung eher umständlich. In beiden Publikationen ist zu jedem Begriff immer die thailändische Schrift und die thailändische Aussprache enthalten. Dadurch soll eine Verständigung durch Zeigen des thailändischen Wortes ermöglicht werden. Bei der Präsentation der thailändischen Lautschrift gehen beide Bücher unterschiedliche Wege. »Pocket Thai« nutzt die internationale phonetische Lautschrift und verwendet zusätzlich die deutschen Umlaute. Dabei hat es jedoch das Problem beim Druck die Betonungszeichen nicht über den deutschen Umlauten positionieren zu können. Dadurch sind diverse Mißverständnisse möglich. »Deutsch-Thai« nutzt die deutsche Schrift zur Lautmalung der thailändischen Aussprache und hat zusätzlich die Betonung durch Pfeilsymbole angezeigt. Dieses Verfahren ist bei vielen Wörtern einfach und leicht zulesen. sobald jedoch ein Ton durch mehrere Buchstaben repräsentiert wird (z.B. NG oder zusammengesetzte Vokale) ist keine eindeutige Interpretation mehr möglich. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß man »Pocket Thai« die Herkunft aus einem professionellem Sprach-Verlag vor allem in der Gesamtgestaltung ansieht, während »Deutsch-Thai« deutlich die Züge des Amateur-Verlages zeigt. Aber gerade dies macht vielleicht »Deutsch-Thai« (und eine Vielzahl weiterer Veröffentlichungen dieser Art auf dem thailändischen Buchmarkt) interessanter und liebenswert. Zumal der Nutzwert und das Preis-Leistungsverhältnis so ziemlich gleich liegen. Kommentare |