baanthai Magazin - Rama I
Phra Buddha Yodfa Chulaloke Maharaj

Auch nach 200 Jahren werden die Thailänder niemals die wichtigste Person in der thailändischen Geschichte vergessen: Seine Majestät König Phra Buddha Yodfa Chulaloke, den ersten König der Chakri Dynastie, welcher Bangkok zur Hauptstadt Thailand machte.

König Rama I, mit richtigem Name Duang oder Thong Duang, wurde während der Herrschaft von König Barommakote 1736 in Ayutthaya geboren. Nach seiner Möchszeit wurde er Offizier am königlichen Hof. Später, im Alter von 25 Jahren, wurde der Gouverneur der Provinz Ratchaburi und spielte eine wichtige Rolle bei König Taksins Bemühungen zur Wiederherstellung der Souveränität von Thailand. Er wurde im Alter von 46 Jahren 1782 zum König gekrönt und regierte 27 Jahre bis er im Alter von 73 starb.

Nach seiner Krönung entschied er, daß Thonburi nicht mehr als Hauptstadt geeignet sei. Es war nicht genügend Platz zur Erweiterung des Palastes vorhanden, welcher auf beiden Seiten von den Tempeln, nämlich dem Temple of Dawn und dem Wat Tai Tald, umgeben war. Zudem lag der Palast zu nah am Ufer der Chao Phraya und wurde von Erosion gefährdet. Er drohte eines Tages in den Fluß zu stürzen. Daher sah der König es als geeigneter an, die Hauptstadt an das Ostufer zu verlegen. Dort gab es genug Raum für Expansionen und das Gelände war sicherer gegen feindliche Angriffe.

Nachdem er das Für und Wider auch aus militärischer und ökonomischer Sicht abgewägt hatte, beschloß König Rama I, die Hauptstadt an den neuen Platz zu verlegen. Dort errichtete er einen heiligen Gründungs-Schrein und verbrachte die heiligen Buddha Reliquien in diesen vorläufigen Schrein zum Zeichen, daß dies der Gründungsort für die Hauptstadt sei. Nachdem der Schrein offiziell eröffnet war, zog auch der König um und lebte vorläufig in einem hölzernen Palast. Kurz danach wurde mit dem Bau des neuen Königssitzes mit dem Großen Palast, der Dusit Mahaprasat Hall, der Pimarnrattaya Hall, der Ammarin Vinichchai Hall und der Chakkrabhat Piman Hall sowie der Residenz zu beiden Seiten der Chakkrabhat Piman Hall begonnen.

König Rama I baute auch dem Wat Phra Kaeo, den Tempel des Emeraldenen Buddha innerhalb des Königsbezirks, östlich des Grand Palace. Dieser Tempel ist der wichtigste in Thailand, da er den Emeraldenen Buddha beherbergt.

König Rama I ließ auch den faszinierenden Wat Po errichten und 394 alte Buddha Abbilder um das Hauptgebäude plazieren. Diese Abbilder wurden aus allen Teilen des Landes herbeigeschafft und in ihren Usprungszustand gebracht bevor sie an ihrem endgültigen Standort aufgestellt wurden.

Er ließ die Feste Vichayen schleifen und die östliche Stadtmauer Thonburi's abreißen, um der Stadt mehr Enfaltungsspielraum zu geben. In seiner Regierungszeit wurden zudem neue Kanäle gezogen, so der Rob Krung und der Maha Nakorn.

König Rama I war ein demokratischer Herrscher. Er hörte die Meinung anderer und dachte nicht, daß das Königreich sein alleiniger Besitz sei.

Nachdem die neue Hauptstadt errichtet war, sorgte sich der König um das Wohlergehen des Volkes. So ließ er nach dem Bau der Kanäle, welche für die Landesverteidigung gedacht waren, den Mahanak Kanal speziell als Wassserweg erbauen.

Der König nutzte das Regierungssystem der Ayutthaya Periode und ergänzte es um eine Beraterversammlung, welche aus Wesiren, Repräsentanten der Zivilverwaltung und Militärs bestand. Die Mitglieder waren handverlesen aus den Vertrauten des Königs. König Rama I überarbeitete auch die Gesetze, um diese an die veränderten Zeiten anzupassen. Prinz Phitayalap Phreuttayakorn schreibt in seinem Buch »King Phra Buddha Yodfa Chulaloke and his Cultural Revivals«: »Seine Majestät der König war besorgt über die verlorengegangenen Gesetzesbücher, neun von zehn waren nach der Zerstörung Ayutthayas durch die Burmesen vernichtet oder verschwunden. König Rama I veranlaßte eine generelle Neuauflage der Gesetze des Königreiches und erließ die «Laws of the Three Seals» mit zivilrechtlichen und militärischen Regelungen.«

Religiöse Reformen: König Rama I bemühte sich sehr um religiöse Reformen mit dem hehren Ziel, den Buddhismus in der Rattanaksin ära zu festigen. Im Jahr 1788 berief er einen großen buddhistischen Konsil ein, um die Tripitaka neu bearbeiten zu lassen.

König Rama I war der überzeugung, daß die Literatur von höchster Wichtigkeit für die kulturelle Entwicklung des Landes sei. Er berief Gelehrte und Möche ein, um die thailändische Literatur zu erneuern und sie auf den Beststand zu bringen, welchen diese in der Ayutthaya Periode erreicht hatte. Obwohl er in Kriege mit den Nachbarländern verwickelt war, nahm er persönlich an den Beratungen teil und beteiligte sich engagiert an der Diskussion. Sein hervorragendstes Werk ist das Ramayana, welches erstmals seit der Zerstörung Ayutthayas vervollständigt wurde. Das Ramayana spiegelt die thailändische Mentalität, egal wo ein Besucher hinkommt, er wird den Einfluß des Ramayana fühlen.

Rama I unterstützte auch die Architektur, die bildenden Künste und das Drama. Er sammelte wertvolle alte Buddha Abbilder in allen Teilen des Landes und verhalf ihnen zu neuen Glanz in den Schreinen und Tempeln Bangkoks.

In den Annalen von Rattanakosin ist festgehalten, daß König Rama I das Land in vielen Kriegen vor feindlichen Armeen geschützt hat und stets als Sieger hervorgegangen ist. Er vergrößerte das Staatsgebiet auf einen Umfang, welchen dieses nie zuvor hatte. Daher erhielt König Rama I auch den Titel »Der Große«.

Der Originaltext stammt von der Assumption University, 1997. übersetzung Hans Möller.

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