Der thailändische Anlagemarkt von Sophie Launay, Fidelity Funds Luxembourg Der thailändische Markt ist einer von der kleinsten Anlagemärkten der Welt, mit 0.1% Anteil an der gesamten Weltmarktkapazität. Trotzdem wurde er oft von Investoren als einer der interessanteren Märkte - von allen 'emerging markets', in die es sich zu investieren lohnt - betrachtet. Diese Vorstellung wurde ohne Zweifel von der Tatsache gefördert, daß im Jahre 1993 der Markt 86.5% erwirtschaften konnte. Aber inzwischen ist der thailändische Anlagemarkt eine andere Geschichte, da er beträchtlich gefallen ist. Der Markt ist dieses Jahr wieder schwach gewesen, fallend bis zum 25. September diesen Jahres um 31.77%. Dennoch glich der Markt seit September seine Verluste teilweise wieder aus, und stieg um 13.5% in lokaler Währung. Was sind die Gründe für die Wirtschaftschwäche in Thailand? Der thailändische Markt ist im vergangenen Jahr von einer großen Anzahl verschiedener Aspekte beeinflusst worden, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. An der ökonomischen Front, fiel die Wachstumsrate auf das geringste Niveau dieses Jahrzehnts. Die verhältnismäßige Schwäche der Exporte, war hierfür der Hauptgrund. Dies war ein Problem in der gesamten Region, aber traf Thailand besonders schwer, weil auch die Lohnkosten stiegen, und es wurde teurer, viele der traditionellen Produkte (wie Textilien und Schuhwerk) zu produzieren. Der Exportrückgang hatte eine negative Wirkung auf den thailändischen Baht, während er das aktuelle Leistungsbilanzdefizit vergrösserte. Dies veranlasste die thailändische Regierung, das Zinsniveau anzuheben, um die Währung zu unterstützen. Aber das hohe Zinsniveau, gab Anlass zur Besorgnis über die Stärke der inländischen Wirtschaft, und beeinflusste die Sorgen um die Zahlungsfähigkeit der Banken, verursacht durch die Immobilienkrise. Infolgedessen glaubten Investoren, daß das Gewinnwachstum in der Privatwirtschaft abnehmen würde. Der thailändische Baht geriet unter Druck. Anfangs Juli entschied sich schliesslich Thailands Zentralbank zu einem “managed float” der Währung und der Baht fiel auserordentlich scharf. (Seit dem 1. Juni hat die Währung 41.59% gegenüber dem U.S. Dollar verloren ). Der Sturz der Währung resultierte in einen relativ kurzlebigen Rückgang am thailändischen Markt, gefolgt von einer Periode weiterer Verschlechterungen. Als ein Ergebnis des Marktaufschwungs vom September, werden die Aktienpreise nun auf gleichem Niveau gehandelt, wie zuvor am 2. Juli, während dem die thailändische Währung praktisch abgewertet wurde. Aber es sollte auch bemerkt werden, daß fremde Investoren (immernoch) beachtlich schlecht gestellt sind. Für U.S. Dollar orientierte Investoren, verlor der thailändische Markt 26.4% an Wert zwischen dem 30. Juni und dem 24. September. Was wird demnächst passieren? Wir bleiben relativ vorsichtig bei kurzfristigen Anlageaspekten, weil es dort noch eine Anzahl von Problemen gibt.. Eine der Hauptsorgen in Thailand ist die Tatsache gewesen, daß eine Anzahl von Firmen Kredite in Dollar aufnahmen, und deshalb bedeutet eine schwächere Währung, dass diese Kredite sehr viel schwieriger zurückzubezahlen sind. Außerdem bleiben das Zinsniveau relativ hoch, dies führt wahrscheinlich zu einerem langsamerem Wirtschaftswachstum, welches dann, eine negative Wirkung auf das Gewinnwachstum der Privatwirtschaft haben wird. Außerdem wird der Sturz des thailändischen Baht wahrscheinlich zu höheren Lebensmittel- und Treibstoffpreisen führen. Wegen der aktuellen Unsicherheit über die Währung und den Gewinneaussichten der Privatwirtschaft, könnte der Markt explosiv im Sinne kurzfristiger Anlagen bleiben, und wird etwas Zeit brauchen, um sich zu erholen. Und was ist mit den langfristigen Anlageaspekten? Wie mit vielen anderen asiatischen Wirtschaften sind die langfristigen Aussichten attraktiv. Werte beginnen auf selektiver Grundlage zu entstehen. Wenn die gegenwärtigen Probleme gelöst sind, wird die Wirtschaft wahrscheinlich zu einem höheren Wachstumspfad zurückfinden. In der Vergangenheit haben wir gesehen, dass asiatische Regierungen sich relativ schnell und elastisch an Veränderungen ihrer Volkswirtschaft anpassen. Während zukünftige Wachstumsraten geringer sein mögen, als jene, die wir in der Vergangenheit gesehen haben, sind sie wahrscheinlich dennoch höher, als jene der entwickelten Welt. Investoren sollten, wie auch immer würdigen, daß so ein zu erringender Aufschwung etwas Zeit braucht. Kommentare |