baanthai Ratgeber - Das Board of Investment (BOI)
Das Board of Investment (BOI)
Präsentation, neue Richtlinien 1997, spezielle Industriezweige

Das Board of Investment (BOI)

Das BOI ist die verantwortliche thailändische Behörde zur Veröffentlichung von Förderungsmassnahmen verbunden mit einem Angebot an Dienstleistungen, um Investitionen in bevorzugten Gebieten zu unterstützen.

Das BOI bietet auf drei grossen Sektoren Hilfestellung an:

Erstens: Reduzierung von Risiken, die im Zusammenhang mit Investitionen auftauchen können, durch Garantien wie gegen Verstaatlichung und Wettbewerb durch neue, staatliche Firmen. Wir erlauben auch, Ausländer für die Erstellung von Machbarkeitsstudien oder zur Arbeit in geförderten Projekten ins Land zu lassen sowie den Erwerb von Grundeigentum für die Investitionstätigkeit.

Zweitens: Hilfe bei der Verkleinerung der anfänglichen Investitionskosten und bei der Steigerung der Profitrate durch eine Reihe von Steuererleichterungen oder - befreiungen beim Importzoll für Maschinen, Rohmaterialien oder Komponenten und

Drittens: durch das Angebot zahlreicher Dienstleistungen wie Informationen über Geschäfte in Thailand und Hilfe bei Problemen, wenn das Projekt bereits läuft.

Diese gesamte Politik ist sehr erfolgreich. Seit Ende 1986 ist Thailand ein bevorzugter Standort für ausländische Firmen geworden, die vor aufwertenden Währungen und steigenden Arbeitskosten fliehen. Dies hatte einen grossen Anstieg von ausländischen Anträgen zur Investitionsförderung zur Folge, von jährlich 200 Millionen US$ während der Mitte der 80er Jahre auf mehr als 14 Milliarden US$ im Jahr 1996.

Japan als grösster ausländischer Investor, stellte knapp die Hälfte aller Anträge 1996. Mit Europa, Taiwan, den USA und Hong Kong sind die fünf grössten Investoren genannt. 1996 gab es einen neuen Rekord. Mehr als 600 Projekte mit einem gesamten Volumen von mehr als 9 Milliarden US$ wurden genehmigt.

Innerhalb der europäischen Länder waren deutsche Investitionen immer unter den ersten drei Plätzen zu finden, 1996 war da keine Ausnahme. Mit 20 geförderten Projekten belegte Deutschland Rang 2 (nach Grossbritannien), aber gerechnet nach dem Investitionsvolumen führte es die europäische Liste an.

In der Tat haben Investitionen aus Deutschland sicherlich zu einem Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen beigetragen. In den vergangenen 5 Jahren gab es mehr als ein Dutzend Vorhaben, die grösser als eine Milliarde DM waren. Deutsche Projekte, von denen die meisten zwischen 5 und 30 Millionen DM liegen, befassen sich mit der Herstellung von Chemikalien, Papier, Zement und von der Landwirtschaft bis zum Umweltschutz. Im letzten Jahr hat die 'Bayer Premier Chemical Co., Ltd.' ein Joint Venture zwischen der thailändischen Firma 'Premier' und dem Chemiegiganten 'Bayer', das Unternehmen 'Monsato' im Gebiet des Eastern Seaboard übernommen und produziert dort Chemikalien zur Weiterverarbeitung.

Neue Richtlinien 1997

Um Investitionen in ländlichen Provinzen zu fördern, hat das BOI seit 1993 Massnahmen für eine industrielle Entflechtung, weg von Bangkok und seinem Einzugsgebiet geschaffen. Das BOI hat 60 Provinzen ausserhalb der Region um Bangkok zu besonderen Investitionsförderungszonen erklärt. Hier erhalten Investoren maximale steuerliche Unterstützung wie eine Befreiung von der Körperschaftssteuer für 8 Jahre, sowie für weitere 5 Jahre eine Reduzierung um 50 Prozent, ein Wegfall des Importzolls für Maschinen sowie eine 75%ige Befreiung auf die Einfuhr von Rohmaterialien und Teilen für 5 Jahre.

Der Trend der Förderungsanträge geht dahin, alle maximalen Vorteile, die die thailändische Regierung anbietet, auch wahrzunehmen. 54 Prozent aller Anträge beziehen sich somit auf Unternehmungen in der Zone 3, jene Gebiete, die am weitesten von Bangkok entfernt sind.

Obwohl wir sagen, diese Provinzen sind weit weg von der Hauptstadt, sollten Sie wissen, dass es Gebiete in der Zone 3 gibt, die weniger als 200 Kilometer entfernt sind wie etwa Rayong und Prachinburi. Und seien Sie versichert, Telefon-, Fax- und Satellitenverbindungen sind vorhanden, die eine sofortige Verbindung zu allen Teilen der Welt und auch in die abgelegensten Winkel Thailand ermöglichen.

Um die Förderung der Zone 3 weiter zu verbessern, hat das BOI in den letzten zwei Jahren die Erfüllung einer Exportquote von zuvor 80 Prozent aufgehoben. Somit haben wir Investoren in der Zone 3 die volle Freiheit darüber gegeben, wo sie ihre Produkte verkaufen möchten. Alles ist jetzt möglich: eine vollständige Fertigung für den einheimischen Markt mit wachsender Kaufkraft, für den Export, oder für beide.

Diese Massnahmen in der Zone 3 zeigen ein Abgehen von den traditionellen Steuerunterstützungen, hin zu mehr entwicklungs-orientierten Anreizen. Durch die Liberalisierung sind frühere Verzerrungen bei der Steuerpolitik beseitigt worden. Die gegenwärtige Betrachtungen offeriert Investoren in der Zone 3 alle notwendigen Annehmlichkeiten wie Industriegebiete, ausreichende Versorgung mit Wasser und Strom, Strassen und anderen Transportmitteln. Gleichermassen ermutigen wir zu Projekten wie Schulen, Hospitäler und Einrichtungen zur Wiederherstellung der Gesundheit, sich in der Zone 3 anzusiedeln, um diese Entwicklung fortzusetzen, die wir durch verschiende Massnahmen in Gang gebracht haben.

Was die Verbesserung der Arbeitskraft betrifft, hat die Regierung bereits begonnen, dieses Problem im Siebten Plan anzugehen. Die Ausdehnung der Schulpflicht sowie die Förderung privater Bildungseinrichtungen für Wissenschaft und Technologie, sind nur zwei der vorläufigen Schritte.

Der Achte Nationale Entwicklungsplan von 1997 bis 2001 befasst sich schwerpunktmässig mit diesem Thema. Es wird erwartet, dass jetzt Massnahmen zur Aenderung der Schulausbildung, der Lehrerausbildung und bei den Aufnahmeprüfungen der Universitäten verwirklicht werden.

Ein anderer Schwerpunkt der Investitionsförderung betrifft die regionalen Niederlassungen internationaler Firmen. Im Mai dieses Jahres hat das BOI zum Ausbau Thailands als Handels- und Investitionszentrum, Steuerbefreiungen für Unternehmen erlassen, die Handel und Investitionen unterstützen.

Zwei Arten von Aktivitäten werden hierbei berücksichtigt: Regionalbüros und Hauptsitze sowie Vorhaben zur Erleichterung von Handel und Investitionen.

Diese vom BOI geförderten Büros unterliegen keinen ausländischen Eigentumsbeschränkungen, dürfen Einkommen erzielen und können nach Bedarf ausländische Arbeitskräfte ins Land holen. Zusätzlich erhalten Sie das Recht, Grundstücke und Büros für Ihre Vorhaben zu erwerben.

Um die Informationstechnologie weiter zu entwickeln, hat das BOI im Frühjahr zwei neue Kategorien zur Förderung geschaffen: Die Software-Industrie und Software-Industrieparks.

Das BOI hat mit seiner Verlautbarung deutlich gemacht, dass die Entwicklung der Software-Industrie wichtig für die strategische Bedeutung Thailands ist. Der Ausbau der Informationstechnologie spielt eine Schlüsserrolle bei der Entwicklung des gesamten Landes. Aus diesem Grund erhalten beide Kategorien maximale Förderungen.

Im Juli dieses Jahres hat das BOI weitere förderungsfähige Aktivitäten benannt: Zulieferindustrien für Schmuckherstellung, internationale Schulen, Hotelfach- und -managementschulen sowie Schulen zur Vermittlung maritimer Kenntnisse. Die geförderten Projekte erhalten eine Einfuhrzollbefreiung für Ausrüstungen und eine Befreiung von der Körperschaftssteuer für 8 Jahre ungeachtet der Zone, in der sie sich befinden.

Um die Effizienz der thailändischen Industrie zu verbessern und um Produktionsstandorte für den Export zu schaffen, ist auch die Einrichtung von Freihandelszonen in die Förderungsliste aufgenommen worden.

In Zusammenarbeit mit anderen Behörden spielt das BOI zusätzlich eine aktive Rolle bei der Bekämpfung des Bürokratismus, um mögliche Probleme bei Ihrer Investition zu lösen.

Als Beispiel dafür möchte ich Geschäftsvisa erwähnen, die zur mehrfachen Einreise berechtigen. Früher musste vor jeder Rückkehr nach Thailand ein neues Visum beantragt werden. Ich bin froh, Ihnen berichten zu können, dass seit Juli dieses Jahres das BOI in Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden das 'One-Stop Service Center for Visa und Work Permits' eröffnet hat. Sowohl BOI geförderte als auch nicht geförderte Unternehmen können für ihre Mitarbeiter Visa verlängern und Arbeitserlaubnisse ausstellen lassen.

Das BOI hat ein Programm zur Verknüpfung und Zusammenführung von Zulieferindustrien geschaffen, besser bekannt als das BUILD-Programm. Als Mittel lokale Anbieter von Zulieferteilen mit Produzenten zusammenzubringen, soll die einheimische Industrie unterstützt werden.

Das BOI arbeitet auch mit anderen Behörden zusammen, um die öffentliche Versorgung in jedem Winkel des Königreichs zu entwickeln.

Im wachsenden Bewusstsein für Probleme des Umweltschutzes, ein wichtiges Hauptanliegen der thailändischen Regierung, werden fortan durch das BOI und anderen Behörden Vorhaben unterstützt, die umweltschonende Technologien und Produktionsprozesse einsetzen.

Nicht nur, dass das BOI maximale Anreize für Projekte des Umweltschutzes gewährt, unabhängig davon, wo sie sich befinden, wir gehen noch einen Schritt weiter. Alle BOI geförderten Projekte müssen strikt die Emissionsvorschriften einhalten. Im Falle einer Uebertretung werden sonst die gewährten Privilegien entzogen.

Ich habe Sie gerade mit einigen BOI Richtlinien vertraut gemacht, und möchte jetzt über ein paar spezielle Investitionsgelegenheiten sprechen.

Sie wissen sicher über unsere wirtschaftlichen Probleme, dass der IWF im vorletzten Monat Thailand einen Ueberbrückungskredit von fast 4 Milliarden US$ gewährt hat, um die Währung und Wirtschaft zu stabilisieren. Doch ich glaube, die meisten Investoren stimmen zu, dass ein niedriger Baht Thailand zu einem preiswerteren Produktionsstandort für ausländische Vorhaben macht. Dies ist eine gute Chance zur Entscheidung.

Spezielle Industriezweige

Der erste Sektor, den ich vorstellen möchte, ist die Automobilindustrie. In den Bemühen, Thailand als das Zentrum für den Zusammenbau von Fahrzeugen in Südostasien zu machen, hat das BOI im Jahre 1994 eine Liberalisierung beschlossen, die es BOI geförderten Unternehmungen ermöglicht, sowohl für den einheimischen als auch für den Exportmarkt zu produzieren.

Dieser Wandel zielt darauf ab, dass Automobilhersteller ihre in Thailand vorhandenen Produktionsstätten erweitern, und sie ermutigt, neue Farbriken in den Provinzen zu bauen.

Als ein Ergebnis dieser Massnahmen haben wir die Expansionspläne von Mitsubishi, Toyota und Honda genehmigt und auch neue Projekte von Siam VMC, Ford/Mazda und General Motors. Diese neuen Vorhaben werden ein Jahreskapazität von 1 Millionen Fahrzeugen im Jahre 2000 vorweisen.

Falls man eine Bestätigung braucht, dass Thailand ein Sprungbrett zu den Ländern Südostasiens geworden ist, ist es die Entscheidung von General Motors, seine Produktion bei uns anzusiedeln. Nach dem Entschluss von General Motors, nach Thailand zu kommen, hat das Land nach vorsichtigen Schätzungen eine Produktion von einer Million Autos im Jahre 2000.

Allein die General Motors Fabrik wird 100.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren und wird ein Auto herstellen, dass sie alle kennen: den OPEL ASTRA.

Man schätzt, dass bei Opel im ersten Betriebsjahr alle zum Zusammenbau benötigten Autoteile einen Wert von mehr als 40 Millionen DM haben, und im 6. Betriebsjahr soll ein Wert von 600 Millionen DM erreicht werden.

Die Entscheidung ein Auto, das in Deutschland entworfen wurde, in Asien herzustellen, bedeutet eine lukrative Gelegenheit für deutsche Produzenten im Zulieferbereich, nicht allein in der Bedeutung des Marktes, sondern auch in der Vertrautheit des Produkts. Es ist also nur logisch, wenn auch Opel-Zulieferer sich in Thailand ansiedeln. Sie hätten eine gute Position, General Motors bei der Suche nach Bauteilen in Asien zu bedienen.

Ich möchte betonen, dass Thailand wohl der beste Platz für eine Automobilproduktion für den asiatischen Markt ist. Die jüngste Schwächung des Baht hat eine positive Wirkung und macht die Fahrzeuge billiger. Thailand bleibt der grösste Markt für Autos in Südostasien, gefolgt von Malaysia, Indonesien und den Phillipinen.

Die neuen BOI - Verlautbarungen sind nicht nur für Automobilproduzenten interessant, sondern auch für Firmen, die sich auf die Erstellung von Teilen und Verfahren spezialisieren, die in der Autobmobilindustrie benutzt werden. Es besteht weitgehende Uebereinstimmung darin, Thailand als eines der führenden Länder des Automobilzusammenbaus zu sehen. Dies bedeutet mehr Möglichkeiten für Zulieferer. Bis Juni dieses Jahres hat das BOI 312 Automobilprojekte mit einer Gesamtsumme der Investitionen von mehr als 3,8 Millionen US$ genehmigt.

Diese langfristig angelegte Strategie zielt darauf ab, Thailand als eine Basis für den Autobmobilexport auszubauen und damit weitere Zulieferer anzuziehen. Nach dem Jahr 2000 soll die thailändische Automobilindustrie ein Sprungbrett zur Entwicklung von Zulieferindustrien in den Nachbarstaaten werden.

Spricht man über die Zulieferindustrien, ist das rapide Wachstum der thailändischen Wirtschaft durch einen bemerkenswerten Anstieg im Herstellungssektor und durch eine bedeutende Diversifizierung der Exportstruktur begleitet worden.

Die Regierung hat die Notwendigkeit der Unterstützung von Zulieferindustrien erkannt und hat dieses durch besondere Förderungsmassnahmen bekräftigt. Das BOI nennt 14 vorrangige Bereiche von unterstüzenden Industriezweigen, welche maximale Förderungen erhalten können. Hierzu gehören z.B. Schmieden und Giessen, Werkzeug- und Gesenkmacherei und verschiedene andere Arten des Werkzeugbaus.

Ich glaube, viele von Ihnen, die heute hier versammelt sind, haben das Potential unsere Zulieferindustrie zu verbessern, entweder durch technisches Know How und Ausrüstungen, oder durch Joint Ventures mit lokalen Anbietern.

Die Diversifizierung der Industriestruktur und die Entwicklung der technologischen Fähigkeiten unterstützten Thailands mittelfristiges Wachstum, welches gerade begonnen hat.

Während der vergangenen fünf Jahre hat der Investitionsboom das Land in einen wichtigen Standort für zahlreiche multinationale Unternehmen verwandelt. Auf einigen Gebieten wie z.B. bei elektrischen und elektronischen Geräten, haben fast alle führenden Elektronikproduzenten einen Standort in Thailand, um den Weltmarkt zu bedienen.

Die Kostensenkung macht Thailand noch attraktiver. Viele Hersteller für Laufwerke, Bildschirme und Computerteile haben Thailand als ihre Basis gewählt. Die Firma Seagate Technology Inc., welche nach ihrer Produktionserweiterung am Jahresende 50.000 Beschäftigte haben wird, befasst sich mit der Montage von Laufwerkkomponenten, die in Thailand handgefertigt werden. Diese Aufgaben können von Arbeitern mit 9 Jahren Schulkenntnissen erledigt werden, die den täglichen Mindestlohn von ca. 4 US$ verdienen. Delta Electronics (Thailand) baut gerade eine neue Fabrik zur Herstellung von Bildschirmen, Batterien und anderen Computerteilen.

Es gibt weitere Beispiele solcher Güter, die in Thailand produziert werden, wie Fernseher, Kühlschränke, Videorekorder, Kompressoren (für Klimaanlagen und Kühlschränke) oder Mikrowellen.

Als letzten Bereich möchte ich Ihnen die Petrochemie vorstellen. Mit der Liberalisierung dieses Industriezeiges ist Thailand auf dem besten Wege, die grösste Petrochemie in den ASEAN-Ländern zu haben.

Betrachtet man die starke internationale Nachfrage (der Pro-Kopf-Verbrauch soll sich in den nächsten 10 Jahren mehr als verdoppeln), das vorteilhafte Investitionsklima, die strategische Lage und die Exportmöglichkeiten als Resultat aus der AFTA Freihandelszone, ist die Leistungsfähigkeit dieses Sektors enorm.

Der Schlüssel zum Erfolg ist sicher der Bereich Forschung und Entwicklung, Neueinstiege können Nischenmärkte hervorrufen und am Absatz der Rohmaterialen teilhaben, die bald die Nachfrage des Marktes befriedigen können.

Rede des Thailand Board of Investment (Auszug), Frankfurt
am Wirtschaftstag Thailand in Berlin am 2.10.97

Kommentar anzeigen / erfassenKommentare
Besuchen Sie auch Deutsch-Thai Wörterbuch Thaibuch.De Thailand Fotos Phuut Thai .NET Sudoku
© 2010 und Anbieter · Hans Möller · Wevelinghover Str. 5a · 40547 Düsseldorf · info @ phuutthai.net