baanthai Ratgeber - Münzgeschichte bis zur Einführung des Baht
Münzgeschichte bis zur Einführung des Baht

von Hans Möller

Die thailändische Währung in Baht und Satang wurde 1906 von König Rama V eingeführt. Mit dem modernen Baht wurde gleichzeitig auf das Dezimalsystem (100 Satang = 1 Baht) umgestellt. Vorherige Münzformen wurden am 29.08.1906 ungültig. Seither wurden regelmäßig Neuausgaben von Münzen und Banknoten ausgegeben.

Vor der Einführung des Dezimalsystems existierte eine Teilung auf der Basis des Tikal. Der Tikal (auch Ka-Kim) ist eine Gewichtseinheit, welche in ganz Südostasien verbreitet war. Ein Tikal hat 15,244 Gramm. Es wurden Silberbarren von 1/64 Tikal bis zu 80 Tikal herausgegeben. Der Tikal als Gewichtseinheit wurde in Thailand auch als Baht bezeichnet. Bei der Einführung des Münzsystems setzte sich der Begriff Baht als neue Bezeichnung für die Münze im Wert eines Tikal durch. Noch heute gibt es jedoch den Begriff Baht als Grundeinheit der Währung und den Begriff Baht als Gewichtseinheit vor allem für Gold.

Der Einführung des Baht geht eine fast zweitausendjährigen Geschichte der Geldentwicklung auf dem heutigen Territorium Thailands voraus. In dieser Zeit entwickelte sich ein komplexes System von 'Po Duang' (Kugelgeld) und Kaurigeld (Muschelgeld), welches über Jahrhunderte Bestand hatte. Die Muscheln fungierten als 'Scheidemünzen' während das Kugelgeld für hohe Werte genutzt wurden. Kugelgeld wurde bis in die Regierungszeit von König Rama IV (1851 - 1868) herausgegeben.

Funan (1. bis 6. Jahrhundert)

Das Königreich Funan existierte seit dem 1. vor christlicher Zeitrechnung bis ins 6. Jahrhundert. Es war das erste Königreich der Khmer und unterlag starkem indischen Einfluß. Über Jahrhunderte gehörte auch ein großer Teil des heutigen thailändischen Staatsgebietes zu Funan. Zentren waren in U Thong und Suphan Buri. In Funan wurden Silbermünzen in den Werten 10, 20 und 80 Ratti herausgegeben.

Münzen aus Funan

Mon Reiche (6. bis 11. Jahrhundert)

Im 6. bis 11. Jahrhundert existieren in der Westhälfte des heutigen Thailand mehrere Reiche der Mon, welche von Westen her eingewandert waren. Die Kultur der Mon war von indischen Einflüssen und dem Buddhismus geprägt; sie benutzten die Sanskrit-Schrift.

Das bekannteste Königreich der Mon war Dvaravati, welches sich von Nakhon Pathom bis zur Kra Landenge erstreckte. Daher wird diese Epoche auch Dvaravati-Epoche genannt. In diesem Reich wurden Münzen mit Muscheln, Ziegen, Kaninchen, Lotus oder Wasserkrügen als Motiven von Hand geprägt.

Mon Münze
Abbildung Münze der Mon
Abbildung von Thomas Nieß(1)

Weitere Mon Reiche waren Sri Thep in der Gegend des heutigen Petchabun, Canasa (7. bis 10. Jahrhundert) (Gegend von Nakhon Ratchasima) und Haripunchai ( Lamphun) (bis 1296). Die Mon wurde von den Khmer aus dem Osten (Königreich Ankor) und von Lanna Thai aus dem Norden schließlich verdrängt.

Srivijaya (8. bis 13. Jahrhundert)

Das Srivijaya-Reich mit dem Kerngebiet Java dehnte seine Handelsbeziehungen in den Süden Thailands aus. Damit nahm es auch starken kulturellen und religiösen buddhistischen Einfluß auf diese Gebiete. Münzfunde wurden in Surathani , Nakhon Si Thammarat und Songkhla gemacht. Die Gebiete im Süden Thailands gehörten jedoch nicht zum eigentlichen Staatsgebiet von Srivijaya.

Namo Geld
Abbildung Namo Geld
Abbildung von Thomas Nieß(1)

In Srivijaya wurde Namo Geld verwendet. Es handelt sich um kugelähnliche gegossene Stücke aus Gold, Kupfer und Silber. Das Namo Geld erhielt seinen Namen durch die Prägung mit den brahmanischen Symbol 'Na' auf der Oberseite. Später wurde auch die Rückseite mit Abbildungen von Blumen, Chakras, Muscheln oder Tempeln versehen. Die Stücke hatten einen Durchmesser von 5 bis 11 mm und wogen bis zu 2,5 Gramm. Das Namo Geld gilt als direkter Vorläufer des Kugeldgeldes (Po Duang), welches in der Sukhothai Epoche eingeführt und bis zum 19ten Jahrhundert genutzt wurde.

Lanna Königreich (11. bis 14. Jahrhundert)

Lanna umfaßte große Gebiete des heutigen Nordthailand mit den Städten Chiang Mai, Chiang Rai, Lampang, Nan, Phrae, Phayao und Fang. Es existierte über Jahrhunderte als eigenständiges Reich im nördlichen Gebiet des heutigen Nordthailand. Die Gegend hatte bis ins letzte Jahrhundert eine gewisse Eigenständigkeit von der Zentralregierung und hat noch heute ein eigenes 'National'bewußtsein. Lanna Thai ist das Land der 'Million Reisfelder'. Der bekannteste König von Lanna war Mengrai, welcher 1276 die Stadt Chiang Mai gründete.

Lanna gab verschiedene gegossene Geldformen heraus. Die ältere war Tok Geld, welches in verschiedenen Varianten herausgegeben wurde. Später wurde Chiang Geld, Armreifengeld und erste Formen des Kugelgeldes genutzt.

Tok Geld wurde aus Silber unter Beimischung von Bronze und Kupfer hergestellt. Es handelt sich um runde Barren mit einem Durchmesser zwischen 1,5 und 5 Zentimeter. Als Unterformen existierte der Chiang Mai Tok, Nan Tok, Schweineschnauzengeld, Blumengeld und Hufeisengeld.

Die Chiang Mai Tok (benannt nach der Provinz und Stadt Chiang Mai) haben üblicherweise eine geschwärzte Oberfläche und eine gelblichbraune Rückseite. Diese Verfärbung wurde durch eine chemische Reaktion während der Herstellung verursacht. Vor dem Gießen der Münzen wurde die Silberlegierung mit Eigelb oder Hühnerblut vermischt. Die Chiang Mai Tok sind 1,5 bis 4,5 cm groß; es existieren Stücke mit und ohne Wölbung.

Chiang Mai Tok Geld
Abbildung Chiang Mai Tok Geld
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Nan Tok Geld war angeblich noch 1940 im Norden am Menam und Mekong verbreitet. Es trägt seinen Namen nach der Stadt und Provinz Nan. Die Stücke hatten 1 bis 4,5 cm im Durchmesser und wurden aus Silber, Kupfer oder Bronze hergestellt. Die Silberexemplare erhielten ebenfalls eine Beimengung von Eigelb oder Hühnerblut.

Nan Tok Geld
Abbildung Nan Tok Geld
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Blumen Geld, auch 'flower money' oder 'Ngoen Pak Chee' (Pak Chee ist eine eßbare Pflanze.) enthält einen hohen Silberanteil und wurde für die höheren Nennwerte genutzt. Auf diesen Stücken wurden Blüten- und Muschelmotive abgebildet.

Blumen Geld
Abbildung Blumen Geld
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Schweineschnauzen Geld erhielt seinen Namen durch die ungewöhnliche Form. Auf thai heißt es 'ngoen pak moo', auf english 'pig mouth money'. Es wurde aus höherwertigem Silber hergestellt.

Schweineschnauzen Geld
Abbildung Schweinemaul Geld
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Pferdehufgeld bestand aus einer Silberlegierung und hatte ein Gewicht von ca 60 Gramm. Es wurde mit Chakras und anderen Symbolen gestempelt.

Armreif Geld könnte der Vorläufer des Chiang Geldes sein. Es hat die Form eines Armreifs und ein Gewicht von ca 60 Gramm bei einem Durchmesser von 5 cm. Es wurde mit Symbolen, jedoch nicht mit Schriftzeichen gestempelt. Die Symbole sind häufig indischen Ursprungs und es wird vermutet, daß sie der Verzierung und nicht als Echtheitsbeweis oder ähnliches dienten.

Armreif Geld
Abbildung Armreifgeld

Chiang Geld ist die am höchsten entwickelte Geldform im Königreich Lanna. Es hat festgelegte Größe, Form und Gewicht. Es wurde mit den höchsten Nennwerten unter den bekannten Münzformen herausgegeben. Chiang Geld trägt im Gegensatz zu den anderen Formen drei Qualitäts- bzw Sicherheitsmerkmale: das königliche Siegel, den Prägungsort (meist in abgekürzter Form) und feste Gewichtseinheiten. Als Schriftzeichen wurde die neu entwickelte thailändische Schrift von König Ramkamhaeng aus Sukhothai verwendet, welche bis heute in Gebrauch ist.

Chiang Geld
Abbildung Chiang Geld

Das Chiang Geld wird wegen seiner Form auch als Sattel- oder Packsattelgeld bezeichnet. Es wurde nicht nur in Thailand, sondern auch in Südchina und Burma verwendet. Das Gewicht entspricht immer dem mehrfachen festgelegter Gewichtseinheiten wie Tikal oder des chinesischen Tael. Die häufigste Stückelung ist 4 Tikal (Baht) gleich 1 Tamlung. Es existieren auch kleinere Stückelungen ohne Angabe des Prägungsortes. Die Stücke wurden aus hochwertigem Silber gegossen und hatten einen hohen Nennwert. Chiang Geld wurde von ca 1290 bis 1556 herausgeben. 1556 wurde Lanna von den Burmesen erorbert.

Lan Chang (11. bis 14. Jahrhundert)

Das Königreich Lan Chang ('Million Elefanten') umfaßte die östlichen Gebiete des heutigen Nordostthailand und der angrenzenden Regionen in Laos rund um den Fluß Mekong.

Lat Geld Silber
Abbildung Lat Geld Silber
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Lat Geld (lat=Markt) oder Hoi Geld, auch bezeichnet als Tigerzungengeld oder Marktgeld ('market money') wurde aus Silber oder Bronze gegossen und war die vorherrschende Währung in Lan Chang. Die kleinen Silberbarren oder Bronzebarren erhielten zwei oder mehr, üblicherweise jedoch drei Prägungen. Die Prägungen zeigen normalerweise Elefanten und das Chakra-Symbol und zusätzlich auch die Lotus-Blüte, Blumensträuße oder die Blume Dok Pikul.

Lat Geld wurde in verschiedenen Größen herausgegeben. Die Kombination aus Gewicht und Metall bestimmte den Wert. Die kleineren Stückelungen des Lat Geldes wurden in Bronze gegossen, die hohen Werte in Silber.

Lat Geld Bronze
Abbildung Lat Geld Silber
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Das Lat Geld wird wegen seiner Form auch als Kanu- oder Bootsgeld bezeichnet. Es war bis ins 19te Jahrhundert in Laos und im Osten Thailands in Umlauf.

Das Sycee Geld oder besser Sycee-Silber taucht erstmals in der Lanna und Lan Chang Periode in Thailand auf. Es handelt sich nicht um eine Währung, sondern um Silberbarren, welche in verschiedenen Formen und Gewichten zur Zahlung von größeren Beträgen und als Sparanlage verwendet wurden. Sycee wurde bereits seit 2000 Jahren in China verwendet und hatte bis Mitte des 20ten Jahrhunderts Verbreitung.

Sycee Geld
Abbildung Sycee Geld
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Der Wert bestimmte sich einzig durch das Gewicht. Prägungen und Markierungen dienten als Echtheits- und Feinheitsbeweis. Wegen der Form wird Sycee auch als Seidenschuh- oder Schuhgeld bezeichnet. Die Benutzung als Zahlungsmittel wurde in China erst 1935 verboten. Wang Derm Palace(2) unterscheidet neben der Seidenschuhform auch die Sattelform.

Die direkte Ableitung des heutigen Nationalstaats Thailand beginnt mit dem Königreich Sukhothai ab den 13. Jahrhundert.

Sukhothai-Periode (13. bis 15. Jahrhundert)

Der erste König in Sukhothai war Sri Intharathit. Sein Nachfolger, König Ramkhamhäng entwickelte die thailändische Schrift.

In der Sukhothai-Periode hielt das Kaurigeld seinen Einzug in Thailand. Kaurigeld wird aus dem Gehäuse der Kaurischnecke gewonnen. Diese Schnecke ist eine Salzwasserschnecke und hat ein porzellanartiges Gehäuse. Aufgrund von falschen biologischen Zuordnungen hat sich auch der Begriff Muschelgeld eingebürgert. Es handelt sich bei der Kauri jedoch um eine Schneckenart. Es wurden vor allem die Gehäuse der Spezies Cypraea moneta und die Cypraea annulus genutzt. 'Erstere ist glatt, gelblich-weiß glänzend, mit gesägtem Schlitz (Unterseite) und flachem Buckel (Oberseite), letztere sieht ähnlich aus und ist an der gelblichen Ringzeichnung (annulus = Ring) auf dem sonst hellen Gehäuse zu unterscheiden. Sie sind im gesamten Indischen und Pazifischen Ozean verbreitet, besonders auf den Malediven und an der ostafrikanischen Küste' (3). Kaurigeld ist bereits seit drei Jahrtausenden in Afrika, Indien und Asien verbreitet. Kaurigeld ist ebenso wie Gold eine ursprüngliche Werteinheit, für seine Gewinnung ist nur 'rough labour' im marxschen Sinne erforderlich. Es hat sich jedoch nicht gegen das Gold der europäischen Kolonialmächte durchsetzen können.

Kaurigeld
Abbildung Kaurigeld
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Das Kaurigeld kam von den Malediven nach Thailand. Es werden acht verschiedene Formen des Kaurigeldes (englisch cowrie, asiatisch:bia) unterschieden: Bia Plong, Bia Kaa , Bia Chan, Bia Nang, Bia Moo, Bia Pong Lom, Bia Bua und Bia Tum (2). Die Einteilung erfolgte nach Form und Färbung. Dadurch wurde der Wert festgelegt. Insbesondere Bia Chan war in Südostasien als Zahlungsmittel verbreitet. In der Numismatik wird das Kaurigeld dem Molluskengeld zugeordnet. Die 'Münzen' wurden auf Schnüre aufgereiht; der Wert ergab sich aus der Länge der Muschelkette.

Das Kugelgeld Pod Duang war eine Neuerung in Sukhothai, welche sich bis zur Einführung des modernen Baht gehalten hat. Die Vorläufer des Kugelgeldes finden sich bereits in Srivijaya und Lanna.

Eigentlich müßte es 'Wurmgeld' heißen, denn die thailändische Bezeichnung leitet sich von duang = Wurm ab. Es hat sich jedoch die Übersetzung aus dem englichen durchgesetzt, dort heißt diese Münzform 'bullet money'. Die Pod Duang wurden aus einem kleinen Silberbarren geformt, dessen Enden nach innen gebogen und in Form gebracht wurden. Diese Form ähnelt einem Wurm namens Klom, daher die thailändischen Bezeichungen 'Ngoen Klom oder 'Ngoen Pod Duang'.

Pod Duang
Abbildung Pod Duang
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Pod Duang haben immer mindestens zwei Prägungen (Punzeneinschläge). Das erste Symbol war das der herrschenden Dynastie, das zweite das persönliche Symbol des regierenden Königs. In der Sukhothai Periode wurde meist noch ein weiteres Symbol eingeschlagen, so etwa ein Elefant, das 'Wheel of Law' oder das Ratchawat (Punktepyramide), welches auch heute noch als glückbringendes Symbol verwendet wird.

Wheel of Law
Abbildung Wheel of Law

Ayutthaya Periode (1350 bis 1767)

Die Ayutthaya Periode war eine Blütezeit der thailändischen Kultur. In dieser Zeit konsolidierte sich die Herrschaft der Thais über das heutige Staatsgebiet hinaus. In einem System von Vasallenstaaten ging auch Sukhothai auf. Der Einflußbereich ging weit in das heutige Laos und Kambodscha bis Vietnam. In 417 Jahren regierten 32 Könige. In dieser Zeit fanden auch die ersten Kontakte mit den europäischen Kolonialmächten und Handelsgesellschaften statt. Die europäischen Quellen beschreiben Ayutthaya stets als reiche und faszinierende Stadt.

Die Ayutthaya Periode endete mit der völligen Zerstörung der Hauptstadt Ayutthaya durch die Burmesen im Jahr 1767. Die meisten Gebäude wurde vernichtet und die Einwohner abgeschlachtet oder in die Sklaverei verschleppt. Die Stadt wurde nie wieder in ihrer vorherigen Größe besiedelt. Die Ruinen wurden über Jahrhunderte sich selbst überlassen. Noch heute sehen viele Thailänder in Burma den 'Erbfeind'.

Pod Duang Ayutthaya Periode
Abbildung Pod Duang Ayutthaya Periode
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Im Königreich Ayutthaya wurde der Pod Duang weiterentwickelt. Das Symbol Ayutthayas, das Dharmachakra wurde aufgestempelt. Zusätzlich erhielten die Stücke den Stempel des regierenden Monarchen und Symbole wie den Garuda, Elefanten oder Anker. Die Zuordnung der Stücke in dieser Periode ist jedoch schwierig, da beim Fall Ayutthayas nahezu alle Dokumente verloren gegangen sind. Die Stadt wurde buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht. Sicher ist, daß König Narai (Regierungszeit 1656 bis 1688) den Lotus als Symbol verwendete.

Während der Ayutthaya Periode veränderte sich die Form des Pod Duang. Die Stücke wurden runder, die eingefalteten Enden wurden kürzer bis schließlich eine Kugelform entstand. Ab dieser Zeit wurde das Symbol der Dynastie oben und das Symbol des Königs vorne - an der 'Stirnseite' - eingeschlagen.

Thon Buri Periode (1767 bis 1782)

In den Thon Buri Periode, welche auf den Schock der Zerstörung Ayutthaya durch die Burmesen folgte, gelang es dem General Phya Tak als König Taksin, Thailand wieder zu vereinen. Taksin wurde später des Wahnsinns verdächtigt und hingerichtet. Als Zahlungsmittel wurden weiterhin Pod Duang genutzt.

Pod Duang Thon Buri Periode

Abbildung Wang Derm Palace(2)

Rattanakosin Periode (ab 1782)

Mit der Rattanakosin Periode beginnt die Geschichte der bis heute in Thailand herrschenden Chakri-Dynastie. Der erste König dieser Dynastie, König Rama I verlegte den Königssitz von Thon Buri am westlichen Ufer des Chao Praya Flusses auf die andere Seite und gab dem Ort den Namen Rattanakosin. Später wurde der Name in Krung Thep geändert. Der Name der ursprünglichen Dorfes war Bangkok, wie die Stadt heute noch in westlichen Quellen genannt wird.

In der Rattanakosin Periode - oder wie sie auch manchmal profaner genannt wird: Bangkok Periode - wurden weiterhin Pod Duang herausgegeben. Diese tragen alle das Chakra Symbol der Dynastie und die individuellen Symbole des jeweiligen Königs. Die einzelnen Könige hatten ein oder mehrere Symbole, welche während ihrer Amtszeit genutzt wurden. Die Tradition der Pod Duang setzt sich fort bis zur Amtszeit von Rama V. Dann ging man auch in Thailand zur Prägung flacher Münzen über.

Chakra Symbol
Abbildung Chakra Symbol

Rama I (1782 - 1809) benutzte als persönliches Symbol Unalom in der Form einer Muschelschale.

Pod Duang Rama I
Abbildung Pod Duang Rama I
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Rama II (1809 - 1824) führte als persönliches Emblem den Krut oder Garuda, ein Symbol Vishnus.

Pod Duang Rama II
Abbildung Pod Duang Rama II
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Rama III (1824 - 1851) gab neben den üblichen Kursmünzen auch Stücke zu besonderen Anlässen heraus. Die Pod Duang wurden in Silber und Gold gegossen. Als persönliches Symbol nutzte Rama III das Prasat. Die Sonderausgaben tragen unter anderem das Symbol Krut Sio (Garuda), Dok Mai (dok mai = Blume), Bai Matum (Blatt der Matum-Pflanze), Pfeilspitze, Ruang Pueng und Chaleo.

Pfeilspitze Symbol
Abbildung Pfeilspitze Symbol

Ruang Pueng Symbol
Abbildung Ruang Pueng Symbol

Während der Regentschaft von Rama III wurde ein erster Versuch zur Einführung von flachen Münzen unternommen. Es sollten Kupfermüzen als Ersatz für das Kaurigeld in Umlauf gebracht werden. Der Versuch starte ab 1835. Zu dieser Zeit entsprach ein Baht 6400 Bia (Kaurimuschel). Die Einführung scheiterten jedoch an den Vorstellungen über das Design der Geldstücke.

Pod Duang Rama III
Abbildung Pod Duang Rama III
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Rama IV (1851 - 1868) gab Po Duang mit dem hergebrachten Chakra Symbol und dem Phra Tao ('königlicher Wasserkrug') heraus.

Phra Tao Symbol
Abbildung Phra Tao Symbol

Während seiner Regentschaft mußte sich Thailand noch stärker den europäischen Einflüssen öffnen. Der Handel mit den Kolonialmächten wuchs rapide. Das traditionelle thailändische Geldsystem war den Anforderungen nicht gewachsen. Mit der alten Prägemaschine wurden nur 2400 Baht-Stücke und Scheidemünzen im Wert von 840 Baht gefertigt. Insbesondere das Ziel, die Kaurimuschel durch Kupfermünzen zu ersetzen, wurde nicht erreicht. Daher wurde 1860 mit eine neuen Maschine eine weitere Anlauf unternommen. Dazu wurde eine Prägemaschine aus England bestellt. Die Königliche Münze (Rong Kasap Sitthikarn) war geboren.

Pod Duang Rama IV
Abbildung Pod Duang Rama IV
Abbildung Wang Derm Palace(2)

Die Einführung der maschinellen Münzproduktion war jedoch von Rückschlägen begleitet. 1858 wurde die Maschine bestellt. Nach der Installation in Bangkok starben jedoch die englischen Ingenieure und die Produktion wurde von Nai Moed, einem angelernten thailändischen Assistenten aufgenommen.

Unter Rama IV wurde auch die ersten Münzen mit Landesbezeichnung herausgegegen. Es wurden verschiedene Bezeichnungen gewählt: Krung Siam, Siam Anajak (Königreich Siam) und Rath Siam (Staat Siam).

1863 wurde eine Serie von Münzen geprägt, deren Werte an den englischen Sovereign angepaßt waren. Der Wechselkurs in dieser Zeit war ein englischer Sovereign zu acht Baht. Es wurde eine 8 Baht und eine 4 Baht Münze herausgegeben, was einem Sovereign bzw einem halben Sovereign entsprach.

Rama V (1868 - 1910)

Die Regentschaft von König Rama V brachte Bewegung in die thailändische Währung. Er reformierte vieles im thailändischen Staat, darunter auch das Geldwesen. In dieser Zeit setzte die Prägung von flachen Münzen nach europäischem Vorbild in großem Umfang ein. Auf diesen Münzen erschien dann auch erstmals eine Jahresangabe.

Traditionell existierte die Jahreszählung seit Krönung des Königs, die Rattanakosin Ära, die Chula Ära (Chula Sakarat, burmesischer Ursprung) und die allgemeinere buddhistische Zeitrechnung. Mit dem zunehmenden Einfluß der Kolonialmächte kam noch die christliche Zeitrechnung hinzu.

Zeitrechnungen
NameBezug zu BEUmrechnung CE 1900
Buddhistische Ära (BE)2443
Christliche Ära (CE)BE - 5431900
Chula Sakarat (CS)BE - 11821261
Rattanakosin Sakarat (RS)BE - 2324119
Rama VBE - 241033

Auf den Münzen, welche in der fünften Regentschaft herausgegeben wurden, finden sich Jahresangaben in der Chula Sakarat, Rattanakosin Sakarat und in der Zeitrechnung seit Krönung von König Rama V. Ab Rama VI bis heute werden nur noch Jahreszahlen der buddhistischen Zeitrechnung verwendet.

Die Münzwerte ergaben sich aus dem alten, auf dem Tikal oder Baht basierenden System. Es basierte auf der Zahl 4. Die größte Werteinheit war der Chang.

WertBezeichnung
1/64 TikalAtt
1/32 TikalPai / Sio
1/16 TikalSik
1/8 TikalFuang
1/4 TikalSalung
1 Tikal
4 TikalTamlung
80 TikalChang

Es wurden Münzen aus Silber, Gold, Kupfer und Zinn herausgegeben. Die Werte reichten von 1 Att bis 1 Chang. Dabei wurden auch Zwischenwerte wie 2,5 Baht, 05 Chang, 5 Tamlung etc herausgegeben. Viele der Münzserien wurden letztendlich in England (Birmingham) hergestellt, da die Prägemaschine in Bangkok defekt war.

Etwa um 1886 wurde die Produktion von Kugelgeld eingestellt. Bis 1906 wurde schließlich das Ziel erreicht, eine genügende Menge an Münzgeld in Umlauf zu bringen, um die Pod Duang abzulösen. Bis dahin waren 14 Millionen Baht eingetauscht. Am 29.08.1906 wurde offiziell auf die neue Währung umgestellt, die alten Formen wurden für ungültig erklärt.

Quellen
(1) Thomas Nieß Homepage
(2) Wang Derm Palace Homepage
(3) Münzen-Lexikon Homepage
(4) Tourism Authority of Thailand Homepage
(5) Frommers Homepage
(6) Stephan S. Kurz Homepage
(7) Chinese Coinage Web Site Homepage
(8) Primitivgeld online Homepage

Kommentar anzeigen / erfassenKommentare
Besuchen Sie auch Deutsch-Thai Wörterbuch Thaibuch.De Thailand Fotos Phuut Thai .NET Sudoku
© 2010 und Anbieter · Hans Möller · Wevelinghover Str. 5a · 40547 Düsseldorf · info @ phuutthai.net